Wie ein Unternehmen die Pandemie voraussah – kein Hokuspokus

Wie ein Unternehmen die Pandemie voraussah – kein Hokuspokus

Im September 2019 erstellte ein Tech-Unternehmen ein detailliertes „Pandemic Playbook“ – Monate, bevor COVID-19 die Welt lahmlegte. Das Geheimnis? Keine Hellseherei, sondern langweilige, praxisnahe Risikoanalyse. Hier die Lektionen, die jedes Unternehmen daraus ziehen sollte.

Wie ein Unternehmen die Pandemie kommen sah – ohne Hellseher-Künste

Ich mag Leute nicht, die nach großen Krisen prahlen: „Ich hab’s gewusst!“ Das wirkt oft arrogant und dubios. Deshalb war ich erst mal misstrauisch, als ich von einem Tech-Unternehmen hörte, das im September 2019 schon einen Pandemie-Plan parat hatte. Sechs Monate vor dem großen Lockdown.

Aber dann hab ich kapiert, wie sie das hingekriegt haben. Und das ist viel spannender als Wahrsagerei.

Vorbereitung ist öde – und genau das macht sie stark

Business-Vorsorge? Das ist kein Actionfilm. Keine Heldenmomente, kein Drama. Nur Tabellen, Checklisten und endlose „Was-wäre-wenn“-Runden.

Net Friends, ein IT-Dienstleister, hatte kein Orakel. Stattdessen ein Business-Risiko-Assessment: Eine Methode, um alle möglichen Katastrophen zu listen, nach Wahrscheinlichkeit und Schaden einzuordnen.

Sie fingen mit einer Excel-Tabelle an – über 40 Risiken drauf. Von Lieferketten-Brüchen über Hacker-Angriffe bis zu Naturkatastrophen, Streiks und eben Pandemien. Am Ende blieben 22, die sie wirklich betrafen.

Und ratet mal, was auf Platz 3 landete? Die Pandemie.

Warum sie das nicht ignorierten

Viele Firmen hätten „Pandemie“ gesehen, gelacht und weitergemacht. Net Friends nicht. Sie hatten Kontakte zu einer Klinik vor Ort – das gab ihnen echtes Wissen über Infektionsrisiken, anders als bei den meisten ITlern.

Ihr Datenschutzbeauftragter Ron, ein alter Hase aus dem Gesundheitswesen, bastelte einen fetten Pandemie-Plan. Ende September 2019 war er fertig: 1.400 Wörter zu Krisenkommunikation, Homeoffice-Regeln, Behörden-Koordination, Quarantäne und sogar „Sozialer Distanz“ – ein Begriff, den da noch keiner kannte.

Der Clou? Sie haben’s getestet. Mit Übungen, ob alles läuft, wenn alle remote arbeiten.

Kein Zufall, sondern System

Man könnte denken: Glück gehabt. Falsch. Glück ist Lotto. Das hier war pure Vorbereitung.

Die Pointe ist nicht „Sie haben Covid prophezeit“. Sondern: „Sie haben Risiken ernst genommen und gehandelt.“

Überlegt mal bei euch: Welche Katastrophen habt ihr je aufgeschrieben und im Chef-Team durchgekaut? Wie oft habt ihr eine Risikoliste angestarrt, genickt – und nichts getan?

Die meisten reagieren erst, wenn’s kracht. Net Friends haben vorausgedacht. Harte Fragen im Voraus gestellt.

Als es im März 2020 losging

Net Friends kamen nicht unversehrt durch. Klar, Probleme gab’s wie überall. Aber ihr Plan gab Struktur: Klare Anweisungen, geübte Remote-Arbeit, kein Chaos-Improvisieren.

Das zählt. Und wie.

Der langweilige Trick, der wirklich rettet

Risiko-Analyse? Klingt trocken wie Brot. Ist es auch. Aber: Gut gemacht, verbessert sie den Alltag.

Denn beim Grübeln über Worst-Case-Szenarien findet ihr Schwachstellen. Schlechte Kommunikation, ungetestete Backups, Teams, die eure Tools nicht nutzen. Plötzlich läuft alles besser – auch ohne Krise.

Ihr Pandemie-Plan war also mehr: Ein Booster für die ganze Firma.

Was ihr daraus mitnehmen solltet

Wenn ihr ein Business leitet, ein Team oder operativ arbeitet: Kopiert das.

Wartet nicht auf die Krise. Setzt euch zusammen – wirklich, nicht nur terminieren und vergessen. Listet Risiken auf. Ja, unangenehm. Ja, zeitaufwendig.

Aber besser als blöd dazustehen, wenn’s knallt. Und es knallt immer irgendwann.

Ihr müsst die Zukunft nicht vorhersagen. Nur dran denken. Richtig.

Tags: ['business continuity planning', 'risk assessment', 'crisis management', 'organizational resilience', 'business preparedness', 'pandemic response', 'remote work strategy', 'operational security']