Warum dein Notfallplan im Schrank Staub ansetzt – und das teuer werden kann
Die meisten Firmen haben irgendwo einen Business Continuity Plan – in einer Schublade oder Cloud-Ordner. Und vergessen ihn dann gleich wieder. Wir zeigen euch, wie ihr euren Plan richtig aktualisiert und testet. Besonders für Homeoffice-Szenarien, die es damals noch gar nicht gab.
Warum dein Business-Continuity-Plan im Schrank verstaubt (und das ein Risiko ist)
Ehrlich gesagt: Dein Business-Continuity-Plan (BCP) liegt wahrscheinlich entweder in einem vergilbten Ordner oder als vergessene PDF-Datei auf dem Firmenserver. Und falls du gar keinen hast? Das ist noch schlimmer.
Das Problem? Katastrophen warten nicht auf Ausreden. Pandemie, Hackerangriff, Naturkatastrophe – ein guter BCP ist kein Luxus, sondern Pflicht in vielen Branchen. Doch die meisten Firmen schauen ihren Plan an wie einen alten Feueralarm: Einmal gelesen, dann ignoriert.
Die gute Nachricht: Solche Krisen sind der ideale Moment, um das zu ändern.
Dein Plan passt nicht zur Home-Office-Ära
Überleg mal: Wann hast du deinen BCP zuletzt aktualisiert? Vor der Pandemie? Vor VPNs und Teams in aller Welt, die nur noch per Chat arbeiten?
Genau da liegt der Hase im Pfeffer.
Alte Pläne ignorieren Fernarbeit und Pandemien. Aber Home-Office ist jetzt Normalität. Dein BCP muss das aufholen.
Das SANS Institute, ein Top-Institut für Cybersicherheit, hat eine knappe, kostenlose Vorlage mit drei Seiten zur Pandemieplanung. Perfekt, um sie in deinen Plan einzubauen – konkret, aber nicht überladen.
Schritt 1: Pandemie-Abschnitt rein oder auffrischen
Nimm deinen BCP und such nach Teilen zu Pandemien oder Massen-Fernarbeit.
Falls der Staub von 2019 dran hängt? Auf Vordermann bringen.
Falls nichts da ist? Jetzt bauen.
Der Abschnitt muss deine Firma greifen: Wie läuft der Betrieb, wenn die Hälfte krank ist? Was, wenn Lieferanten ausfallen? Wie kommunizierst du ohne Büro? Und welche Cyber-Risiken lauern bei Home-Office?
Keine Kopie aus dem Internet. Passe es an eure Abläufe, Schwachstellen und Branchenregeln an.
Schritt 2: Schreib auf, was ihr gerade macht (jetzt sofort)
Die meisten überspringen das: Jede Krise ist ein Live-Test eures Plans.
Egal ob Corona, Ransomware oder Sturmflut – ihr trefft Entscheidungen, schickt Mails, haltet Meetings. Das sind pure Daten.
Beauftrage jemanden damit: Sammelt Infos, speichert Chats und Notizen. Wichtig: Sensible Daten rausfiltern! Nur Lektionen, keine Geheimnisse.
Wöchentliche Zusammenfassungen: Was lief gut? Was floppt? Am Ende hast du einen echten Krisenbericht – kein Theorie-Gequatsche.
Schritt 3: Die Krise zählt als offizieller Test
Firmen müssen BCPs regelmäßig prüfen. Die Krise erledigt das für euch.